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Das Mädchen und das Ewige Licht Mumienfunde bringen unser Geschichtsbild ins Wanken von H a r t w i g H a u s d o r f Sie haben etwas ungemein faszinierendes und geheimnisvolles an sich, aber auch zweifellos etwas gruseliges. Denn je nach dem Grade ihrer Erhaltung wirken sie auch noch nach langen Zeiten täuschend lebendig. Ihre Bezeichnung - Mumien - stammt aus dem Arabischen ("mumiya" heißt "Wachs"). Und die Kunst, Leichen durch entsprechende Behandlung vor der Verwesung zu schützen, ist beispielsweise in Ägypten seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend bezeugt.

Apropos Ägypten: Erst Anfang Januar 2005 machte die Mumie des Pharaos Tutanchamun wieder von sich reden, der ein tödlicher Fluch nachgesagt wird. Von fahrenden Ägyptologen zu einer Computer-Tomographie aus ihrem Sarkophag entfernt, kam es auf dem Weg vom "Tal der Könige" beinahe zu schweren Unfällen, und das technische Equipment streikte aus ungeklärten Gründen. Ist der rätselhafte Fluch, der seit der Entdeckung der Mumie im Jahre 1922 für zahlreiche Todes- und Unglücksfälle sorgte, noch heute aktiv?

Mumifizierungen kennen wir aus der ganzen Welt. Für die Archäologen gilt derzeit die 1981 in der chinesischen Provinz Xinjiang entdeckte "Young Lady of Loulan" als älteste bekannte Mumie der Welt. Man schreibt ihr ein Alter von etwa 6500 Jahren zu. Und obwohl im alten China die hohe Kunst der Mumifizierung nicht so weit verbreitet war wie in Ägypten, stammen von dort doch einige der staunenswertesten Beispiele.

So berichtete ich in einem meiner Bücher über die tadellos erhaltene Mumie der Adeligen Xin Zhui, die im Jahre 168 v. Chr. das Zeitliche segnete. Als man ihren Leichnam im Zuge von Bauarbeiten in Ma Wang Dui bei Changsha fand, schwebte sie in ihrem verschachtelten, gut isolierten Sarkophag, mitten in etwa 80 Litern einer gelblichen Flüssigkeit, deren chemische Zusammensetzung bis heute nicht analysiert werden konnte. Die Zellstruktur und inneren Organe waren in hervorragendem Zustand, und die Haut nicht verfärbt.

Als Grabbeigabe fand sich unter anderem eine unglaublich genaue Landkarte einer Region Südchinas, die an eine Satellitenaufnahme aus großer Höhe erinnert (siehe Bild). Ein hochrangiger chinesischer Archäologe meinte denn auch dazu: "Wenn es nicht so unglaublich phantastisch klingen würde, müsste ich sagen, dass das Vorbild für diese Karte eine Satellitenaufnahme ist, die vor sehr langer Zeit aus dem Erdorbit gemacht wurde"

Das Grab an der Via Appia

Doch auch aus einem anderen Kulturkreis, in dem Mumifizierungen allenfalls für ein paar wenige Persönlichkeiten vorgenommen wurden, gibt es Funde, die unser Geschichtsbild auf den Kopf stellen. Und zudem nur allzu gerne unter den Teppich gekehrt werden, weil sie nicht in unser Weltbild passen.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts entdeckte man an der aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammenden Via Appia eine Grabstätte mit der Leiche eines jungen Mädchens. Deren Körper war, genau wie jener der chinesischen Adeligen Xin Zhui, völlig von einer unidentifizierbaren Flüssigkeit bedeckt. Die Gesichtszüge dieses Mädchens waren so rein, daß es nur zu schlafen schien. Eine goldene Spange hielt ihre blonden Haare zusammen, die nichts von ihrem Glanz und ihrer Fülle verloren hatten. Niemand vermochte die Frage zu beantworten, womit es gelang, ihren Körper so perfekt zu konservieren.

Eine Inschrift, die man in ihrer Grabstätte fand, konnte wenigstens das Rätsel um die Identität der jungen Frau klären. Demnach handelte es sich um Tullia, der Tochter des römischen Redners, Schriftstellers, Rechtsgelehrten und Politikers Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.).

Beinahe noch erstaunlicher als die unglaublich gute Konservierung der Mumie war die Tatsache, dass zu Füßen der schönen Verstorbenen ein Lämpchen brannte. Kurz nach der Öffnung des Grabes erlosch das Licht, und es bleibt ein komplettes Rätsel, wie es so lange hatte brennen können. Waren doch seit der Bestattung Tullias volle 1500 Jahre vergangen.

Nur wenige Jahrzehnte nach diesem brachte ein ganz ähnlicher Fund das Rom der Renaissance in hellen Aufruhr. Die Einzelheiten dieses Falles ähnelten verblüffend jenen des vorerwähnten. Nur mit dem Unterschied, dass hier viel mehr Details über die Entdeckung des wohlerhaltenen Leichnams einer diesmal schwarzhaarigen Schönheit bekannt wurden.

Im April des Jahres 1485 fanden Arbeiter gleichfalls an der Via Appia bei Rom einen Sarkophag. Mit einem so erstaunlichen Inhalt, dass man den Fund zwei Tage später im Palazzo dei Conservatori ausstellte. In dem Sarg lagen die sterblichen Reste eines römischen Mädchens von außergewöhnlicher Schönheit, und so gut erhalten, dass es auch hier den Anschein hatte, als sei es in einen tausendjährigen Schlaf gefallen.

Auch im Grab dieser Mumie fand sich eine Öllampe, die immer noch brannte, obwohl alle Anzeichen eindeutig darauf hinwiesen, dass die Grabstätte seit der Beerdigung des Mädchens nicht mehr geöffnet worden war.

In aller Heimlichkeit wieder vergraben

Nachdem sich an einem einzigen Tag bereits 20.000 Bürger Roms und der Umgebung eingefunden hatten, um einen Blick auf ihren makellos erhaltenen nackten Körper zu werfen, ordnete Papst Innozenz VIII. eine recht unpopuläre Maßnahme an. Die Leiche wurde bei Nacht und Nebel an einen geheimen Ort außerhalb der Porta Pinciana gebracht, und dort in aller Heimlichkeit aufs Neue vergraben.

Leider ist die Stelle bis heute unbekannt geblieben. Aber die Jahrhunderte überdauert hat das Schreiben eines Humanisten aus Florenz namens Bartolomeo Fonte, das er seinem Freund, dem Kaufmann Sassetti schickte. Diesem schilderte Fonte, was es mit dem aufsehenerregenden Fund auf sich hatte:

"Bartolomeo Fonte grüßt seinen Freund Francesco Sassetti. Du batest mich, Dir über den Frauenkörper zu erzählen, der kürzlich an der Via Appia gefunden wurde. Ich kann nur hoffen, dass meine Feder einer Beschreibung der Schönheit und des Charmes jenes Körpers gewachsen ist. Hätten wir nicht ganz Rom als Zeugen, würde das Geschehen unglaublich sein.

Nahe dem sechsten Meilenstein an der Via Appia gruben Arbeiter auf der Suche nach Marmorbruch gerade einen großen Block aus, als sie plötzlich durch ein Ziegelgewölbe brachen - 12 Fuß tief. Dort fanden sie einen Marmor-Sarkophag. Als sie ihn öffneten, stießen sie auf einen Körper, der auf dem Gesicht lag, und mit einer zwei Finger dicken, fettigen, dabei wohlriechenden Substanz überkrustet war. Als sie die parfümierte Kruste entfernt hatten - sie begannen am Kopf - da erblickten sie ein Gesicht von so klarer Blässe, als sei dieses Mädchen gerade an diesem Tage begraben worden.

Ihr langes schwarzes Haar, das noch fest dem Schädel anhaftete, war zu einem Knoten geflochten und gescheitelt, wie es für ein Mädchen schicklich ist, dazu bedeckt mit einem Netz aus Seide und Gold."

"...da Rom auf der Höhe seines Glanzes stand"

"Winzige Ohren, kurze Stirn, schwarze Augenbrauen, schließlich eigentümlich geformte Augen, unter deren Lidern das Weiße hervor sah. Selbst die Nasenflügel waren unversehrt und so weich, dass sie unter dem bloßen Druck eines Fingers erzitterten. Die Lippen waren rot und leicht geöffnet, die Zähne klein und weiß, die Zunge bis dicht am Gaumen war scharlachrot. Wangen, Kinn, Nacken und Hals schienen zu atmen. Die Arme hingen unversehrt von den Schultern herab, so dass Du sie bewegen konntest wie Du wolltest. An den langen herrlichen Fingern der ausgestreckten Hände saßen noch fest die Fingernägel. Selbst wenn Du es versucht hättest, wäre es nicht möglich gewesen sie zu lösen. Brust, Bauch und Schoß jedoch waren zur Seite weggedrückt und fielen nach der Entfernung der aromatischen Kruste in sich zusammen. Der Rücken, die Hüften und das Gesäß hatten hingegen ihre Konturen und ihre wundervollen Formen bewahrt; ebenso die Schenkel und Beine, welche zu Lebzeiten noch größere Vorzüge gezeigt haben müssen als das Gesicht.

Kurzum, dies war das schönste Mädchen edlen Geschlechts jener Tage, da Rom auf der Höhe seines Glanzes stand.

Leider ist das bedeutende Monument über diesem Grabgewölbe vor vielen Jahrhunderten zerstört worden, ohne dass die geringste Inschrift erhalten geblieben wäre. Auch der Sarkophag trägt keinerlei Zeichen - wir wissen weder ihren Namen noch die Herkunft und ihr Alter..."

Was könnte uns diese im Jahr 1485 ihrem Grab entrissene, nur wenige Tage darauf an unbekanntem Ort der Erde wieder zurückgegebene Mumie berichten, könnte man sie den modernen Möglichkeiten unserer Wissenschaft zugänglich machen. So bleibt uns nur dieser volle Enthusiasmus, berichtete der Brief des Bartolomeo Fonte aus Florenz, dank dessen, das Wissen über jenen spektakulären Fund nicht denselben Weg gegangen ist wie dieser selbst. Der getreue Chronist Fonte gab seiner sehr detaillierten Beschreibung auch eine Federzeichnung bei, auf der das Szenario jenes Fundes der Mädchenleiche sogar heute noch den Betrachter in Staunen versetzt.

Die offizielle Geschichte nimmt von Funden wie diesen jedoch - wenn überhaupt - nur sehr widerstrebend Notiz.

Aus "UFO-Nachrichten" Nr. 376 (März../Apr. 2005)

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